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Was ist eine „Binge-Eating-Störung“...

Aktualisiert: Jan 31


...oder „Essattacken mit Kontrollverlust“?

Binge Eating oder Binge-Eating-Störung ist eine Essstörung, bei der es zu periodischen Heißhungeranfällen (Fressanfällen) mit Verlust der Kontrolle über das Essverhalten kommt.

Fast jeder überisst manchmal, zum Beispiel an Feiern oder sonstigen Anlässen. Aber für manche Menschen ist massloses Überessen, das ausser Kontrolle ist, eine Regelmässigkeit.


Hier siehst du die Torte, die ich nach einer Diät aus dem Tiefkühler nahm (an meinem Geburtstag durfte ich keinen Zucker essen) und die ganze auf einmal ass. Während der Diät war ich so brav, nahm auch schön ab, nur um dann wieder zu versagen. Was ich damals nicht wusste: es war nicht meine schuld.

Wenn du unter Binge Eating leidest, schämst du dich vielleicht für deine Essattacken und versprichst dir immer wieder, damit aufzuhören. Aber du fühlst so einen Esszwang und Heisshunger, dass du nicht dagegen ankommst und immer wieder Essanfälle hast. Vielleicht versuchst du eine Diät oder normale Mahlzeiten einzuhalten, aber Verbote und Einschränkungen führen meistens zu noch mehr Fressanfällen.

Aber es gibt Hoffnung für dich! Viele haben es schon geschafft, mit Ernährungspsychologischer Beratung, aus dem Teufelskreis auszusteigen.

Binge Eating Diagnose

Binge Eating wird erst seit 2013 als eine Essstörung anerkannt und wird nach folgenden Kriterien eingestuft:

1. Regelmäßige Episoden von Essanfällen, bei denen in kurzer Zeit eine weitaus grössere Menge* an Nahrungsmitteln verzehrt wird, als andere Menschen unter ähnlichen Bedingungen essen würden. Einhergehend mit dem Gefühl des Kontrollverlusts (unfähig zu kontrollieren, was oder wie viel gegessen wird).


2. Die Essanfälle sind mit drei (oder mehreren) Merkmalen verbunden:

  • Es wird wesentlich schneller gegessen als normal.

  • Es wird gegessen, bis man sich unangenehm voll fühlt.

  • Es werden große Mengen gegessen, obwohl man sich nicht körperlich hungrig fühlt.

  • Es wird allein gegessen, weil es einem peinlich ist, wie viel man isst.

  • Man fühlt sich von sich selbst angeekelt, depressiv oder sehr schuldig nach dem Überessen.

3. Es besteht hinsichtlich der Essanfälle merkliche Verzweiflung

4. Die Essanfälle sind nicht mit der regelmäßigen Anwendung von Kompensationsverhalten verbunden, wie Erbrechen, Abführmittel, exzessivem Sport etc. (man versucht nicht zwanghaft die Kalorien wieder los zu werden)

Der Grad der Essstörung wird daran gemessen, wie oft man während der Woche Episoden von Essattacken hat.

Binge Eating Therapie

Betroffene berichten, dass die Essanfälle überwiegend durch negative Gefühle, Stress oder Langeweile ausgelöst werden. Psychologen gehen davon aus, dass unangenehme Empfindungen während des Essvorgangs unterdrückt werden. Demnach handelt es sich bei Binge Eating um eine Form von Vermeidungsverhalten.


Ob in Einzel-Beratungen oder Gesprächs-Gruppen, es können ungesunde Gewohnheiten mit gesunden ersetzt werden und so die Essanfälle reduziert werden.


Dazu gehören: das Annehmen unerwünschter Gefühle, Körperwahrnehmung, das Identifizieren von negativen inneren Dialogen, eliminieren der „Verbots-Liste", Ausstieg aus der Diät-Mentalität, intuitives Essen üben, Hunger- und satt-Signale wahrnehmen u.a.

EINE DIÄT IST KEIN AUSWEG AUS DER BINGE-EATING-STÖRUNG UND WÜRDE DIESE NUR BEGÜNSTIGEN!

Mögliche Ursachen

Hier sind einige Faktoren, die die Entstehung einer Binge-Eating-Störung (Essattacken mit Kontrollverlust) begünstigen können:

  • Essstörungen kommen in der Familie vor (oder andere Suchtformen)

  • Die meisten Menschen mit Esssucht denken negativ über sich selbst. Einen Essanfall auslösen können: Stress, Langeweile, negatives Körperbild, tiefes Selbstbewusstsein...**

  • Der Effekt des Diäthaltens auf die Entstehung einer Binge Eating Störung ist ebenfalls noch unklar. Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass wiederholte strikte Diäten (rigide Kontrolle) Essanfälle auslösen können. Allerdings leidet etwa die Hälfte der Betroffenen bereits unter Binge Eating, bevor sie mit Diäten anfängt.

  • Alle Altersgruppen können eine Binge-Eating-Störung haben, aber oft beginnt sie in den späten Teenager-Jahren oder den frühen 20igern.

Komplikationen

Es können psychologische und körperliche Probleme durch Binge Eating entstehen, wie:

  • Tiefes Selbstwertgefühl

  • Depression

  • Isolation/Einsamkeit

  • Schlechte Lebensqualität

  • Unfähigkeit zu funktionieren bei der Arbeit und im sozialen Leben

  • Übergewicht wie Gelenkprobleme, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ 2 etc

*Die Art wie gegessen wird ist für mich viel ausschlaggebender, als die Menge. Wenn ich in 3 Minuten zwanghaft und achtlos eine 200 gr. Tafel Schokolade beim gehen verdrücke, ist das für mich ein Essanfall. Ein Essanfall muss nicht so aussehen, wie ihn die Medien oft darstellen.


**Hierzu habe ich die häufigsten 8 Essanfall-Auslöser und Binge Eating Ursachen in eine Checkliste mit 24 Punkten zusammengefasst. Sie kann dir mit den Essanfällen gut helfen.

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Quellen:

https://en.wikipedia.org/wiki/Binge_eating_disorder

https://www.nationaleatingdisorders.org//blog/new-dsm-5-binge-eating-disorder

http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/binge-eating-disorder/symptoms-causes/dxc-20182932

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