Was brauchst du wirklich?

25.02.2017

 

Wenn ich ohne Hunger essen will, frage ich mich: was brauche ich wirklich? Denn Essen ist es ja in diesem Moment nicht, da ich keinen Hunger habe (über das Thema Hunger reden wir später ;-)). 

 

Durst? Müde? Gefühle? Bedarf an Nähe? Lauter Innerer Kritiker? 
 

Manchmal finde ich es heraus und erfülle mir mein wahres Bedürfnis statt zu essen, und manchmal esse ich. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Diese Frage jedoch "Was brauchst du wirklich, Nadine?" ist neu für mich. War ich doch so beschäftigt mit selbstkritischen Gedanken und Urteilen und meiner Verbotsliste im Kopf und der Frage, wie ich denn jetzt endlich Gewicht reduzieren konnte. 

 

Gerade während ich hier schreibe, sind meine Gedanken bei dem Becher Vanille-Mousse, der noch im Kühlschrank ist. Ich hätte ihn gerne und zwar jetzt. Da mein Mittagessen reichhaltig war und auch noch gar nicht lange her, habe ich bestimmt keinen Hunger. Was also ist es? Der Essdruck kann ein guter Freund sein, wenn ich ihn als Zeichen nehme, dass ein unerfülltes Bedürfnis präsent ist.

 

Durst könnte es sein, hab noch nicht viel getrunken heute, also gehe ich trinken. 

 

So, hab getrunken, mich warm angezogen und mich überwunden, mir bei Mama eine Umarmung abzuholen. Selbstfürsorge. Merke auch, dass ich müde bin, werde mir nachher eine Pause gönnen. Das Wort "Pause" löst auch gerade einen Shit-Storm von meinem Inneren Kritiker aus: "Pause, zu spinnst wohl! Du hast viel zu viel zu tun! Wirst ja jetzt wohl nicht faul rumliegen wollen!"- Moment, da kommt noch mehr:"und wie dick dein Hintern auf dem Foto aussieht! Schäm dich!" - Aha, ich glaube, da hab ich eine Spur entdeckt, die direkt im Vanille-Mousse endet. Selbst-Kritik, Scham, Frust. Dieser Prozess hat sich gerade gelohnt. 

 

Meine liebe Nadine, 

Höre nicht auf Gaston (Innerer Kritiker)!

ganz toll, wie du heute über eine Stunde durch den Wald marschiert bist! Dein Körper hat dich getragen, ohne zu murren. Du durftest die Bäume riechen, die Sonne auf der Haut spüren, und das frische grün der Natur bestaunen. Die Vögel haben gezwitschert und die Hunde gebellt, und nett unterhalten hast du dich auch. Und dann das feine, kanarische Essen, das du geniessen durftest! Es war ein schöner Tag in der Natur. Dein Leben ist gut. Es ist alles gut. Du bist ok, so wie du bist und ich liebe dich! 

 

 

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

Featured
Posts

Abnehmen trotz Essstörung - Philip's Geschichte

28.6.2019

1/10
Please reload

Archive
Please reload

Follow Me
  • YouTube Social Icon
  • Instagram Social Icon
  • Facebook Social Icon