Wissenschaftlich erwiesen: Dicke leben länger

Aktualisiert: Sept 20

Mythos Übergewicht

Die wenigsten Dicken sind gerne und freiwillig füllig.

Es ist kein Spass, Extra-Gewicht herumzutragen, nicht in jeden Gartenstuhl zu passen und beim Zehennägel schneiden fast ohnmächtig zu werden.

Wie oft hören wir Pummeligen, wie ungesund zu viel Gewicht doch sei und dass wir dringend abnehmen sollten, was wir ja noch zu gerne würden.

Doch ist es wirklich so ungesund, wie viele behaupten?

Mythos: Dicke sind undiszipliniert und willensschwach

Immer wieder lese ich: warum nimmt denn die nicht endlich ab?

Denkt ihr denn, wir wüssten nicht wie? Oder würden es nicht schon lange tun, wenn es so einfach wäre? Wisst ihr, wie oft wir schon abgenommen haben, nur um wieder zuzunehmen?

Ich habe in meinem Leben zusammengezählt schon 110 Kilo abgenommen, das muss mir erst einmal einer nachmachen!

"Dicke Kinder und Erwachsene haben nämlich deutlich mehr kognitive Kontrolle (Beherrschung) über ihr Essverhalten als alle anderen." - Dr. Achim Peters, "Mythos Übergewicht"

Erhöhtes Körpergewicht ist immer ein Zeichen von Stress!

Dr. Achim Peters hat in seiner "Selfish Brain"-Studie herausgefunden, dass das Gehirn von dicken Menschen sich bei chronischem Stress schützt, indem es die Cortisol-Ausschüttung drosselt. Cortisol lässt uns schneller altern und hat auch sonst viele negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

"Gewichtszunahme ist kein Ausdruck von Krankheit. Es ist die erfolgreichste Strategie des menschlichen Organismus, mit Stress umzugehen," schreibt er in seinem Buch.

Cortisol's Aufgabe ist unter anderem, das gestresste Gehirn mit Energie aus Reserven zu versorgen.

In der Regel benötigt es ca. 60% der zirkulierenden Blutglukose. Bei grossen Belastungen wie Streit, Prüfungen, Krise, Diät, Job etc. bis zu 90%!

Beim Typ A Menschen ist der Cortisol-Spiegel bei Dauerstress konstant erhöht - er bleibt bei Stress schlank, nimmt evtl. eher ab und bei Langzeitbelastung bekommt er einen Bauch.

Da bei dem Typ B Menschen diese Cortisol-Antwort kleiner ausfällt aus Selbstschutz, steigt aber dafür dessen Appetit, um das Gehirn ausreichend mit Energie zu versorgen.

"Stress ist nicht eine Ursache für Gewichtszunahme, sondern DIE Ursache."

- Dr. Achim Peters, "Mythos Übergewicht"

Was noch mehr Stress auslöst sind gut gemeinte Ratschläge von Menschen, denen wir vertrauen, wie "weniger essen, mehr bewegen".

"Wer einen dicken Menschen dünner machen will, um seine Gesundheit zu fördern, wird genau das Gegenteil bewirken." - Dr. Achim Peters "Mythos Übergewicht"

Solange wir also chronisch gestresst sind, kann sich auch unser Gewicht nicht reduzieren, erst recht nicht durch eine Diät oder sonstige Esskontrolle, da diese wieder Stress auslösen. Nahrungsentzug ist einer der grössten Stressoren für den Körper!

"Alle Diäten sind zum Scheitern verurteilt. Und schuld daran ist nicht der Mensch, schuld ist immer die Diät!" - Dr. Achim Peters, "Mythos Übergewicht"

Kennst du einige dieser Symptome?

  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit

  • erhöhtes Risiko von Depressionen

  • beschleunigter Alterungsprozess des Hautgewebes

  • Muskelschwund, Muskelschwäche

  • Knochenabbau (Frakturrisiko, Rückenschmerzen)

  • Störung der Sexualfunktion

  • Leistungsabbau des Gehirns (Gedächtnisschwäche, Schwindel, Müdigkeit)

  • starke Hungergefühle, Heißhungerattacken

  • erhöhte Neigung zum Gebrauch von Stimulanzien (Nikotin, Alkohol, Drogen etc.)

  • nach Absetzen des Präparats schnelle Gewichtszunahme (Rückkehr zum vorherigen Gewicht + X Kg)

Rate mal, wovon diese Symptome die möglichen Nebenwirkungen sind?

=> Reduktion der Kalorien- oder Kohlenhydratzufuhr - Also Diät!

Und wie oft hast du dir selbst die Schuld dafür gegeben, dass du schon wieder einen Fressanfall hast, dich depressiv fühlst und wieder zunimmst? Ich weiss: ich schon tausendmal!

Mythos: Übergewicht ist ungesund

"Es ist nicht möglich, die Auswirkungen vom Dicksein auf die Gesundheit zu messen. Es gibt keine solchen klinischen Studien, denn die wären unethisch." - Dr. Traci Mann, "Secrets from the eating lab"

Dicke Menschen haben gesundheitliche Probleme, ja, nur ist die Ursache dafür nicht das Gewicht (Ausnahmen siehe unten), sondern die damit verbundenen Stressfaktoren:

  • Druck, abnehmen zu müssen

  • Diäten

  • Nahrungsentzug

  • Esskontrolle

  • Diskriminierung

  • Selbstkritik

  • Kritik von anderen

  • Scham, Schuld, Hoffnungslosigkeit

  • Jojo-Effekt/Gewichtsschwankungen (was das häufigste Resultat von Diäten ist)

  • Einsamkeit

  • Armut

  • Arbeitslosigkeit

  • Arbeitsstress


DIESE Stressoren machen uns krank, nicht das Gewicht selbst.

Deswegen ist Selbstakzeptanz so wichtig! Ohne sie werden Essanfälle und Kilos nicht verschwinden.


Diät und Diskriminierung sind also mitverantwortlich, dass wir Dicken krank sind.


“Ärzte und Familienmitglieder sind die häufigsten Urheber von Gewichtsdiskriminierung.” - Puhl R M, Brownell K D (1)


“Ausgerechnet dort, wo wir uns Verständnis und Hilfe erhoffen, sind die Vorurteile besonders gross - im Gesundheitswesen,” schreibt Dr. Peters


Und ja, das ist auch meine Erfahrung, leider. Ich glaube nicht, dass ich heute adipös wäre, würde ich nicht schon seit jungen Jahren hören, dass ich zu dick bin und halt jetzt diesen Shake trinken oder das Abendessen auslassen soll.


Tatsächlich erholen sich dickere Menschen besser und schneller, nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall u.ä., als gestresste Schlanke.

Ein entspannter, fitter Übergewichtiger ist gesünder und lebt länger, als ein gestresster Schlanker, der sich wenig bewegt.


Die einzigen messbaren Risiken vom Dicksein sind:

  • Schlafapnoe

  • Gelenkverschleiß/Arthrose

  • ein paar Krebsarten

Natürlich wollen wir keine dieser Krankheiten, aber verglichen mit den Risiken von Dauerstress, dem ewigen Kampf mit dem Essen und dem Selbsthass, scheinen sie doch eher klein.


Der Lebensstil ist entscheidend. Ein fettleibiger Mensch, der sich gesund ernährt, moderat bewegt (kein Sport), nicht raucht und wenig Alkohol trinkt, lebt länger als ein Normalgewichtiger, der das nicht tut und gleichlang, wie einer, der auch einen gesunden Lebensstil führt.




Der Fokus sollte also auf Lebensstil-Veränderung sein, nicht auf abnehmen!



Ewig dick bleiben?


Nun ja, der Weg ist sicher nicht Esskontrolle, um abzunehmen, erst recht nicht, wenn man Essanfälle, Binge Eating, Esssucht hat.


Jede Form von Esskontrolle verschlimmert die Essstörung!


Was also ist die Lösung?

  • Selbstakzeptanz

  • Selbstfürsorge

  • Stressoren ausschalten

  • Achtsamkeit steigern

  • Bedürfnisse erfüllen

  • Intuitiv essen

  • Glaubenssätze überschreiben

  • Das Gehirn von Stress auf Glück programmieren

Nur so können wir unseren Körper optimal unterstützen darin, SEIN Wohlfühlgewicht zu erreichen.

Wo das liegt, entscheidet er. Das alles lernst und übst du in meinem Online-Coaching-Programm.


Wenn du die Reissleine ziehen möchtest und endlich frei vom Esszwang sein willst, dich nach Frieden mit deinem Körper und dem Essen sehnst, würde ich dir gerne den Weg zeigen, denn es ist ein grossartiges Gefühl, wenn Essen kein Thema mehr ist und man es sogar geniessen kann.


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Quelle: “Mythos Übergewicht”, Dr. Achim Peters, btb Verlag



1) Puhl R M, Brownell K D. Confronting and coping with weith stigma:Obesity (Silver Spring) 2006; (14): 1802-1815



Eine Zusammenfassung der "Health at ever size"-Studie findest du hier



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Erfolgsgeschichte: Abnehmen trotz Essstörung

Es ist sehr, sehr schwierig jemanden zu finden, der trotz psychologisch bedingtem Übergewicht erfolgreich (mind. 2 Jahre halten) abgenommen hat. Die Statistik ist da nicht auf unserer Seite und krasse